Gimp 035 – NonDestruktive Bildbearbeitung

Dieses Kapitel ist teilweise etwas theoretischer Art, aber interessant für all die, die sich die Arbeit an Bilder erleichtern wollen. Ich begrenze mich hier auch auf das Freistellen, also dem Ausschneiden von Bildteilen um z.B. Hintergründe zu ersetzen.

 

Zu Brginn die verschiedenen Aufgabenbereiche.

  • Montagen: Die Fotomontage ist eine spezielle Technik, basierend auf der Collage, wo zum Beispiel Ausschnitte aus Zeitschriften oder selbst gefertigten Fotos zusammengefügt werden und so eine neue Komposition und neue Aussage entsteht.
  • Compositing: Das Compositing ist der Prozess des Zusammenführens mehrerer Bildelemente zu einem stimmigen Gesamtbild. Ähnlich wie eine Montage hat aber noch feine Unterschiede dazu.
  • Freistellen: Freistellen bedeutet Befreiung eines Motivs von einem störenden Hintergrund. Die Maske zum Freistellen eines Bildes nennt man in der Fachsprache üblicherweise einen Freisteller

Jeder kennt sicherlich Collagen, mit aus Zeitschriften ausgeschnittenen Bildern. Dies nehme ich hier einmal als Beispiel, denn Destruktiv und NonDestruktiv lässt sich mit Collagen schön verdeutlichen.

Bei Collagen mit Bildern aus Zeitschriften schneidet man die Bilder aus. Damit alleine lässt sich Destruktiv schon gut beschreiben. Ausschneiden ist zerschnitten. Dazu schneiden kann man nichts mehr und genau das ist das Problem.

 

Das Problem

Es gibt in der digitalen Bildbearbeitung zwar die Möglichkeit wie z. B. STRG+Z (Arbeitsschritt rückgängig) und viele Programme bieten sogar an, sehr viele Schritte rückgängig zu machen.

Nur: Wenn ich vor 10 Handgriffen an Ebene 1 Änderungen vorgenommen habe und mir das fällt das auf, wenn ich an Ebene 2 schon 9 neue Handgriffe gemacht habe, dann müsste ich 19 mal STRG+Z drücken.

Alle Änderungen an Ebene 2, mit denen ich vielleicht sehr zufrieden bin, würden damit ebenfalls rückgängig gemacht. Die ganze Arbeit müsste ich dann wiederholen. Mit der NonDestruktiven Bildbearbeitung kann einem sowas nur sehr viel seltener, bis gar nicht passieren.

 

Die Technik

Die Lösung ist ganz einfach! Langer Rede kurzer Sinn: Man arbeitet mit Ebenenmasken! Ich verdeutliche es einmal an Bildern.

Auf  Bild1 sieht man eine freigestellte Blume. Der Hintergrund wurde herausgelöscht. Der ist somit weg!

Gelöscht

Hintergrund gelöscht

Bild2 ist nondestruktiiv bearbeitet. Auf Bild2 ist die gleiche Blume. Erstmal kein Unterschied. Hintergrund ist auch weg, aber nur unsichtbar! Dort wurde eine Ebenenmaske angewendet.

Ebenenmaske

Hintergrund maskiert

Eine Ebenenmaske kann immer wieder verändert und bearbeitet werden. Man bemalt dazu mit dem Pinsel die Ebenenmaske mit Schwarz oder Weiß. Mit Schwarz wird abgedeckt, die weißen Flächen sind sichtbar. Das Bild selbst bleibt vollkommen unberührt.

Auf diese Weise kann man weitere Bildbereiche maskieren oder sichtbar machen. Immer und immer wieder, stundenlang, ohne dass das Bild selbst verändert wird.

Den Unterschied sieht deutlich im nächsten Bild. Dort habe ich die Ebenen gekennzeichnet.

Unterschied

Auch Ebeneneffekte (Layer Effects) kann man auf diese Weise anwenden, mittels Masken, ohne gleich das ganze Bild zu verstümmeln.

In späteren Kapiteln werde ich auf diese Technik in der Praxis noch öfter zurückkommen.

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