Inkscape 085 – Neon Effekt, Vektor Version

Neon Effekte sind immer eine coole Sache. Ob Veranstaltungsflyer, Webbanner oder zu anderen Anlässen, etwas Leuchtendes ist immer ein Eyecatcher. Dieses Tutorial beschreibt die Erstellung eines Neon-Schriftzugs zur Weiterverarbeitung oder auch als Inkscape Vektorversion.

Skills: Easy
Plugin: Nein

 

Als erstes benötigt man eine für Neon-Effekt geeignete Schriftart. Je nachdem kann man eine kostenlose Schrift herunterladen oder sich eine eigene Schrift aus Pfaden erstellen. Und hier der fertige Neon-Effekt, das Ergebnis dieses Tutorial.

Das Endresultat

Das Endresultat

Die Untergrund-Ebenen

Für dieses Motiv wurde eine Schrift verwendet die sicher auf vielen Rechnern installiert ist: Brush Script

Mit diesem Font schreibt ihr nun dreizeiligen Text. Jede Zeile ist eigenständig, also nicht die Return-Taste verwenden, sondern jede Zeile neu schreiben. So lässt sie sich optisch besser mittig ausrichten, denn metrisch ausgerichtet wirkt das Ganze oftmals unsauber angeordnet aus (siehe Bild unten).

Jedes Wort in seperatem Textfeld

Jedes Wort in seperatem Textfeld

Oberste Zeile hat eine Schriftgröße von 144 Punkt, die beiden unteren 120 Punkt.

In der Ebenen-Palette verriegele ich diese Ebene und benenne sie um in Font Original. Mit einem rechten Mausklick auf die Ebene dupliziere ich diese, indem ich in den Optionen unten, Ebene duplizieren anwähle. Die Originalebenen stelle ich mit einem Klick auf das Augensymbol auf unsichtbar (siehe Bild unten).

Ebene duplizieren und benennen

Ebene duplizieren und benennen

Die Ebenen ordentlich zu benennen ist eine saubere Arbeitsweise, denn es kommen noch weitere hinzu. Die Ebenen-Namen erleichtern uns die Arbeit und Übersicht wesentlich.

Es geht weiter mit der Ebene Font breit. Alle Textfelder werden nun ausgewählt und über Pfad – Objekt in Pfad umwandeln in Pfade konvertiert. Sicherheitshalber wende ich anschließend auch noch Pfad – Kontur in Pfad umwandeln an.

Die Pfade werden jetzt vereint. Das mache ich in zwei Schritten. Erstmal über Pfad – Kombinieren, danach werden sie nochmal mit Pfad – Vereinen zusammengefasst.

Optisch geschah bis hier nichts Großartiges, aber der nächste Schritt ist das Verbreitern der Schrift. Über Pfad – Verbundener Versatz rufe ich mir einen kleinen unscheinbaren Anfasser auf, der zu heftig angewendet, sehr extreme Wirkung hat (siehe Bild unten).

Anfasser von Pfad - Verbundener Versatz

Anfasser von Pfad – Verbundener Versatz

Dieser kleine Anfasser wird nun ganz leicht nach außen gezogen. Die Schrift wird sich nach einem kurzen Rechnenvorgang verbreitern.

Wer damit noch nicht gearbeitet hat, wird sich schnell vertun. Aber keine Panik, der Anfasser bleibt bestehen und man kann das ganze so lange verändern, bis es passt (siehe Animation unten).

Unterschied als Animation

Unterschied als Animation

Diese Vorgänge erzeugen unnötig viele Anfasser und das benötigt unnötige Rechenleistung. Daher bereinige ich die Datei, indem ich Pfad – Vereinfachen anwende. Die Animation zeigt vorher – viele Anfasser und nachher – weniger Anfasser.

Vorher = viele Anfasser, Nachher = weniger Anfasser

Vorher viele Anfasser, Nachher weniger Anfasser

Diese Ebene wird nun noch einmal dupliziert und beide Ebenen umbenannt. Die untere heißt Font breit Schatten, die obere Font breit Color. Die Ebene Font breit color färbe ich in eine hellere Farbe um, damit ich die folgenden Schritte sehen kann. Schwarz wäre dafür ungünstig.

Damit wäre der erste Teil abgeschlossen.

Neon-Röhren anfertigen

Für die Neonröhren erzeuge ich mir eine neue Ebene, die ganz oben auf liegen sollte. Diese benenne ich m in Neon Pfade 2pt (siehe Bild unten).

Ebenen Status

Ebenen Status

Wie der Name schon erahnen lässt, werden die Neonröhren mit dem Pfadwerkzeug gezeichnet. Jedem ist es selbst überlassen wie ihr eure Röhren gestaltet, man sollte nur bedenken, das Röhren gebogen sein können, aber sich nicht kreuzen sollten. Das ist es, was die Neon-Art so reizvoll macht.

Mit dem Pfadwerkzeug gehe ich gezielt aber recht rabiat vor. Ich setzte durch Klicks einfach Anfasser, auch wenn ich denke das der eine oder andere zu viel ist. Ich lösche sie bei Bedarf später (siehe Animation unten).

Pfade grob setzen

Pfade grob setzen

Stand der Dinge ist für den ersten Pfad, der wie im Bild unten zu sehen ist. Für Rundungen strategisch günstige Punkte markiere ich direkt. Mit gedrückter SHIFT-Taste können mehrere Anker markiert werden (siehe Animation unten).

Punkte mit gedrückter SHIFT-Taste markieren

Punkte mit gedrückter SHIFT-Taste markieren

Mit einem Klick auf das entsprechende Werkzeug verändere ich die Eigenschaft der Anfasser. Sie erhalten dadurch symmetrische Anfasser, mit denen ich den Linienverlauf verändern kann (siehe Bild unten).

Anfasser Eigenschaft verändern

Anfasser Eigenschaft verändern

Ich lösche dann auch schon Punkte, die wahrscheinlich nicht gebraucht werden und ziehe mir die Linie an den Anfassern so zurecht wie ich sie haben möchte (siehe Bild unten).

Mit Anfasser modelieren, überflüssige löschen

Mit Anfasser modellieren, überflüssige löschen

Die Linien bekommt, über den Dialog Füllung und Kontur eine Strichstärke von 2pt, sowie abgerundete Ecken und runde Enden. Verändert sich dadurch Strichstärke der Linienverlauf ungünstig, muß das korrigiert werden.

Hier geht jetzt nichts, oder nur sehr wenig automatisch. Ihr müsst euch Stück für Stück und Buchstabe für Buchstabe durcharbeiten.

 

Fine Lines

Wer es bis hierher geschafft hat, kann sich glücklich schätzen. Jetzt sind es, vergleichsweise, nur noch wenige Schritte bis zum Finish.

Stand der Dinge

Stand der Dinge

In diesem Teil zeigt es sich ganz deutlich, warum es wichtig war/ist, die Ebenen eindeutig zu bezeichnen und in der richtigen Reihenfolge abzulegen. Wenn wir die einzelnen Objekte der Ebenen jetzt verschieben und noch neue Ebenen anlegen, können wir das tun, ohne uns zu verzetteln.

Die erste neue Ebene die hinzukommt ist ein Duplikat der Ebene „Neon Pfade 2pt“. Das Duplikat wird umbenannt in „Neon Pfade 1pt“ Alle Pfade dieser Ebene erhalten eine Strichstärke von 1 Pixel.

Die Farbe wird auf Weiß umgestellt und, ganz wichtig, sie erhalten einen linearen Verlauf. Die Ebenen schauen jetzt aus wie im Bild unten zu sehen ist.

Neue 1 Pixel Ebene ganz oben

Neue 1 Pixel Ebene ganz oben

Alle Pfade haben jetzt einen Verlauf bekommen, von Weiß nach Transparent. Klickt man jetzt die Pfade einzeln an, dann fällt auf, dass alle Anfasser haben, über die man die Verlaufsrichtung steuern kann. Diese muss Pfad für Pfad von oben (Weiß) nach unten (transparent) eingestellt werden (siehe Animation unten).

Anfasser für Verlaufsrichtung

Anfasser für Verlaufsrichtung. Viereckig Anfang/Weiss, Rund unten/farblos

 

Shine- & Shadow Effect

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und wo Licht ist, macht sich auch ein Shine-Effekt gut (leuchten, scheinen).

Die Ebene für den Schatten haben wir bereits bereitgelegt und heißt: Font breit Schatten.

Die Ebene für den Shine-Effect müssen wir erst noch anlegen. Das mache ich indem ich die Ebene „Neon Pfad 2pt“ nochmals dupliziere. Die Kopie dieser Ebene benenne ich um in „Neon Pfad 2pt shine“ und verschiebe sie unter „Neon Pfad 2pt“. Denkt auch immer daran, die Ebenen, die gerade nicht bearbeitet werden, sollten verriegelt sein (siehe Bild unten).

Anordnung der Ebenen

Anordnung der Ebenen

Die Linien der Shine-Ebene bekommen eine andere, sich von dem Rest etwas hellere Farbe. Dann wird, ebenfalls im Farben & Kontur-Dialog die Unschärfe und die Deckkraft eingestellt (siehe Animation unten).

Farbe, Unschärfe, Deckkraft ändern

Farbe, Unschärfe, Deckkraft einstellen

Diese Ebene verriegeln und die Ebene „Neon Pfad Schatten“ öffnen. Die Schrift dieser Ebene nach unten verschieben und die Farbe definieren. Ich nehme nicht direkt Schwarz, sondern eine artverwandte der „Neon Pfad 2pt“, nur deutlich abgedunkelter.

Einstellungen Schattenebene

Einstellungen Schattenebene

Stand der Dinge (Siehe Bild unten).

Stand der Dinge

Stand der Dinge

Was jetzt noch fehlt, ist eindeutig ein Hintergrund.

Finish

Wie man sieht, wirkt das Ganze noch nicht so wirklich, ohne Hintergrund. Dieser letzte Schritt ist schnell erledigt.

Ich erstelle dazu eine letzte neue, transparente Ebene. Verschiebe diese, ganz nach unten und benenne sie in BG (Background) um. Über die gesamte Fläche ziehe ich eine Rechteckform mit einer passenden Farbe und das war es.

Wer möchte kann das jetzt noch beliebig ausschmücken. Zum Beispiel durch eine weitere Ebene, die direkt über dem BG liegt, mit einem weiteren Shine-Effekt und/oder durch, mit der Sprühdose aufgetragene Partikel (siehe Bild unten).

Das Endresultat

Das Endresultat

Tip zum Speichern

Dieses Motiv (und viele andere) lebt unter anderem von den feinen Verläufen im Schatten, im Hintergrund und dem Shine-Effect entlang der Buchstaben. Das PNG-Format ist da Vorteilhaft. Das Bild nochmal in GIMP geöffnet und evtl. als JPG abgespeichert, um zum Beispiel die Dateigröße zu verringern, bringt Nachteile.

Das JPG-Format ist verlustbehaftet und wirkt sich meist direkt ungünstig auf solche feinen Verläufe aus.

Viel Spaß beim Biegen eurer Neonröhren!

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