Blender 149 – Renderpilot, entspannt Renderaufträge abarbeiten

Wigglyframes hat vor einiger Zeit ein Zusatzprogramm für Blender programmiert, welches es möglich macht Renderjobs zu laden und im Batch-Verfahren (nacheinander) auszuführen. So könnt ihr beispielsweise in der Nacht, sozusagen im Schlaf, Renderaufträge abarbeiten.

Skills: Simple: 1.7 out of 5 stars (1,7 / 5)
Addon: Nein, aber das externe Tool Renderpilot

 

Im Verlauf dieses Tutorial erstelle ich eine Beispielszene, beziehungsweise 9 Szenen, um die Funktionsweise von Batchrender vorzustellen. Wer diese Szene(n) nicht benötigt, kann gerne direkt zu den Render-Settings vorrücken.

 

Renderpilot Download

Wigglyframes, er bezeichnet sich selbst als Amateur Trickfilmer, betreibt zwei Webseiten zu seinem Tool Renderpilot. Über die erste Seite kann man sich Renderpilot kostenfrei downloaden.

Auf der zweiten Sehttps://renderpilot.wordpress.com/ite wird Renderpilot 2.0 angekündigt und man kann mehr über Wigglyframes und seine Projekte erfahren. Meines Wissens ist das Projekt Renderpilot (die 2.0 Weiterentwicklung) aber stagniert, was der Version 1.0 aber keinen Abbruch leistet. Die Version 1 funktioniert bis heute noch einwandfrei.

Über den Download-Link auf der Webseite wird man zu Dropbox weitergeleitet. Hier kann man alle Angebote ignorieren und sofort weiter zum Download navigieren (siehe Bild unten).

Dropbox

Dropbox Meldung ablehnen

Über den Button Herunterladen erreicht man den direkten Download (siehe Bild unten).

Renderpilot Download

Direkter Download wählen

Interessant ist hier auch, dass Renderpilot keine Installation benötigt. Nach dem Download kann die exe-Datei gestartet und sofort losgelegt werden. Man benötigt lediglich verschiedene Blender-Projekte und Szenen, die man rendern möchte.

 

Beispielszene(n) erstellen

Ich erstelle hier eine schnelle Beispielszene. Ich möchte eine Kameraansicht festlegen und lediglich das Objekt (Text) verändern. Der so entstandene Text soll dann jeweils gerendert werden. Dazu lösche ich den Standard-Cube vom Arbeitsbereich und adde über SHIFT-A einen Text (siehe Bild unten).

Blender add Text

Add Text

Ich markiere die Kamera und drücke ALT-R (Rotation aufheben) und ALT-G (Position im Zentrum) um die Kamera ins Zentrum des Arbeitsbereiches zu bringen. Bei markiertem Text wechsele ich in den Edit Mode, bewege über die Pfeiltasten den Cursor nach vorne und schreibe meinen ersten Text: 10 % (siehe Bild unten).

Blender ALT-R - ALT-G

ALT-R – ALT-G

In der rechten Ansicht schiebe ich die Kamera nun leicht oberhalb des Text (siehe Bild unten).

Move Camera

Kamera verschieben

Dann wechsele ich mit der Taste 0 (Null) in die Kameraperspektive (siehe Bild unten).

Blender Camera Persective

Kamera Persektive

Da mir der Abstand zwischen der 1 und der Null zu groß ist (kann variieren je nach Schriftart), setzte ich den Text-Cursor zwischen die 1 und die 0 (Null), halte die ALT-Taste gedrückt und rücke über die Pfeiltasten den Text etwas zur 1 hin. (Kerning genannt, optischer Ausgleich kritischer Buchstabenkombinationen).

Blender Text Kerning

Text Kerning

In der Properties-Palette wechsele ich auf den Reiter F für Font und stelle ein Bevel (leicht abgeschrägte Kante) und Extrude (Tiefe der Buchstaben) ein. Vorteilhaft ist hier: Trotz dieser Einstellungen bleibt der Text editierbar (siehe Bild unten).

Font Options

Font Optionen

Einen Reiter daneben befinden sich die Material-Einstellungen. Der Text erhält ein neues Material. Bitte vorher die Render-Engine Cycles einstellen (siehe Bild unten).

Material Settings

Material Einstellungen

 

Render Settings

Die Rendersettings müssen vor der Nutzung von Renderpilot eingestellt werden, denn hier werden alle Voreinstellungen für die Ausgabe vorgenommen. Der Renderpilot greift sich lediglich die Blender Datei ab und verarbeitet diese nach den Einstellungen.

In der Properties-Palette unter dem Render-Reiter stelle ich zuallererst die Bild-Dimensionen ein. Ich möchte nur kleine Grafiken, die für beispielsweise einen Katalog bestimmt sind (siehe Bild unten).

Blender Render Size

Ausgabegröße

Unter Output stelle ich ein in welchem Verzeichnis/Ordner (Output) die gerenderten Datei abgelegt werden sollen. Am Ende dieses Pfads füge ich eine Vorsilbe als Dateinamen hinzu (pro_10_, für die 10 Prozent). Der Renderpilot wird seinerseits nachher noch eine Bezeichnung anhängen. Die Dateien sollen als PNG gespeichert werden und einen Alpha-Kanal (RGBA) haben um Transparenzen rendern zu können (siehe Bild unten).

Blender Cycles Output Settings

Output Settings

Unter Sampling erhöhe ich die Samples, damit das Bildrauschen reduziert wird. Je höher der Wert, desto weniger Rauschen und höher die Renderzeit (siehe Bild unten).

Blender Sampling und Samples

Sampling und Samples

Noch eine Einstellung unter Film. Dort aktiviere ich die Transparenz, das sorgt für einen transparenten Hintergrund (siehe Bild unten).

Blender Film - Transparent

Film – Transparenz

Ein Probe-Render zeigt mir, die Einstellungen sind OK (siehe Bild unten).

Test Render

OK

Zuletzt speichere ich über STRG-S die Blender-Datei ab. Ich vergebe einen eindeutigen Namen, denn gleich kommen weitere Blender-Datei hinzu (siehe Bild unten).

Save Blender File

Blender Datei speichern

Nach und nach werde ich jetzt den Text weiter ändern, bis ich bei 50 % angekommen bin…

Blender change Text

Text ändern

…und unter Output die Vorsilbe anpassen (siehe Bild unten).

Vorsilbe anpassen

Vorsilbe anpassen

Anschließend wird eine neue Blender-Datei abgespeichert, wobei auch hier der Dateiname angepasst werden sollte!

Zuletzt liegen dem Ausgabe-Ordner dann 9 Dateien bei, die jeweils den Namen der Höhe der Prozente beinhalten (siehe Bild unten).

Blender Files

Abgespeicherte Blender-Dateien

 

Rernderpilot

Jetzt kommt der Renderpilot zum Einsatz! Die Beispieldateien sind recht bescheiden ausgestattet und wären sicherlich auch traditionell gerendert flott erledigt. Aber es gibt auch andere größere Szenen und ganze Reihen von Einzelbildern die schon mehr Zeit erfordern.

Warum wenn es einen Renderpilot gibt, sollte man vor dem Bildschirm sitzen und dem Fortschrittsbalken zusehen, wenn man das Nachts, während man schläft abarbeiten lassen kann.

Der Renderpilot wird über die exe-Datei gestartet. Zu aller erst muss dem Renderpilot mitgeteilt werden, wo sich die Blender.exe, also Blender, das Programm befindet. Ein Klick auf New eröffnet den Button New Job, über den ein neuer und/oder weiterer Auftrag hinzugefügt werden kann (siehe Bild unten).

Blender Renderpilot Settings

Renderpilot Grundeinstellungen

Wurde der Button New Job geklickt wird ein Jobbereich angezeigt, wo wiederum Einstellungen vorzunehmen sind unter .blend navigiert man zu der vorbereiteten Blender-Datei.

Unter Start definiert man die zu rendernden Frames. In diesem Fall möchte ich nur einen Frame pro Auftrag, beziehungsweise ein Bild ausgegeben haben (das können bei einer Animation mehrere, von Frame X bis Y  sein). Typ (Bildformat) soll PNG sein. So legt man einen nach dem anderen Job an (siehe Bild unten).

Blender Renderpilot Job Settings

Job Settings

Ihr könnt die Render bei Start at ab einer bestimmten Zeit starten lassen. In diesem Fall gebt ihr eine Uhrzeit in das Eingabefeld ein und drückt SET, damit die Eingabe übernommen wird. Wird NOW geklickt, starten die Rendervorgänge sofort.

Vorsicht bei der Aktivierung von Shut down at End! Falls aktiviert wird der Rechner am Ende der Aufträge gnadenlos heruntergefahren und bricht ohne weitere Nachfrage oder Hinweis Eure Arbeit ab. Shut down at End könnte man beispielsweise über Nacht aktivieren. Ansonsten im Zweifel lieber den Rechner laufen lassen (siehe Bild unten)

Blender Renderpilot - start Render

Render starten

Der Renderpilot informiert Euch während der Vorgänge über den Status der Fortschritte (siehe Bild unten).

Renderpilot Finished, Running, Waiting,

Finished, Running, Waiting

Hast alles funktioniert, liegen in Eurem ausgewählten Ausgabe-Ordner die fertigen Bilder bereit und können weiter verarbeitet werden (siehe Bild unten).

Blender final Renders

Bildausgabe, fertige Render

 

Fazit

Der Renderpilot ist ein kleines Tool mit überschaubaren Funktionen und es hat schon ein paar Jahre hinter sich. Die Überschaubarkeit ist hier aber ein Vorteil, denn das macht es möglich von einem Moment auf den anderen das Tool anzuwenden, ohne lange Einarbeitung.

Danke an Wigglyframes für seine Arbeit. Für mittelgroße und große Projekte und man erreicht bei Blender sehr schnell ein Stadium wo mehrere Szenen gerendert werden müssen, eine enorme Erleichterung!

Das könnte Dich auch interessieren …

Translate »