Blender 285 – Motion Tracking 1, Tips

In diesem ersten Part zum Motion Tracking in Blender gibt es Tips und verschiedene Hinweise darauf wie ein sauberes Motion Trackin möglich ist. Was ist machbar und was ist schwierig, was sind mögliche Tücken, die man schon bei der Aufnahme eines Videos beachten sollte.

Skills: Easy
Addon: Nein

 

Was lässt sich tracken?

Es gibt natürlich extreme Aufnahmen, die sich für das Motion Tracking so gut wie nicht gebrauchen lassen. Im tiefen Winter, bibbernd nur mit Badehose bekleidet, würde das Zittern wahrscheinlich so schnell aufeinanderfolgende Mini-Schwenks verursachen, dass ein Stabilisieren kaum möglich ist.

Auch ruhigere aber dennoch deutlich starke Schwenker können Probleme machen, da dadurch eventuell Unschärfen entstehen. Starke Bewegungen sollten also vermieden werden. Ein lose in der Hand gehaltenes Smartphone verursacht (mit hoher Wahrscheinlichkeit) mehr Probleme als eine schwer in der Hand liegende (Spiegelreflex-)Kamera. Tendenzielle Makroaufnahmen und/oder stark heran gezoomte Bildausschnitte verwackeln ebenfalls gerne und schnell.

Eher schwierig zu tracken

Eher schwierig zu tracken

Versuchen kann man ein Tracking immer, teilweise verzweifelt man aber trotz aller Technik und Einstellungsmöglichkeiten daran. In diesen Fällen hilft oft nur Schneiden oder bleiben lassen. Weitläufige Motive (Landschaften etc.) lassen sich bei selbst mit bloßer Hand geführten Aufnahmen meist gut tracken.

Optimal können natürlich kontrastreiche Bilder und/oder Motive mit markanten Bildstellen getrackt werden. Eher ineinanderfließende Motive können schwer zu tracken sein da die Tracker hin und wieder das Ziel in der Bewegung nicht eindeutig identifizieren und nachverfolgen können. Das Bild oben zeigt einen schwer zu trackenden Bildbereich, zumal die Pfütze in ständiger Bewegung ist.

 

Unschärfen

Mögliche Probleme tauchen auf, wenn durch starke Wackler Unschärfen entstehen und das Aufnahmegerät (beispielsweise bei einem Smartphone) ständig versucht die Bildschärfe zu korrigieren. Unschärfen machen beim Tracking Probleme, weil das Ziel schnell aus dem Fokus eines Tracking-Markers geraten kann. Ratsam ist daher schon bei der Aufnahme auf eine ruhige Position (Stativ etc.) zu achten.

Tracking-Marker auf Position

Tracking-Marker auf Position

Ist das Video dann stabilisiert werden solche Unschärfen natürlich im Video auftauchen. Versteht man bei einem Wackelfilm die Unschärfen von selbst, die Unschärfe geht in der Bewegung etwas unter, wirken sie in einem stabilisierten, statischen Video sonderbar. Kurzzeitige Unschärfen bei einem stillstehenden Bild wirken einigermaßen befremdlich. Darauf muss man gefasst sein. Stabil mit Unschärfen oder verwackelt aber scheinbar scharfe Bilder.

 

Skalierung durch Tracking

Ein stabilisiertes Video soll den Renderbereich ausfüllen. Beim Stabilisieren wird daher der Clip vergrößert damit trotz der Verschiebungen der Bildbereich ausgefüllt bleibt. Je heftiger die Wackler sind, desto mehr muss das Video skaliert werden, um Verschiebungen ins Nichts auszugleichen. Es wird dadurch mehr vom originalen Bildausschnitt abgeschnitten.

Das Beispielbild zeigt den Effekt eines stabilisierten Bildes das damit der Punkt im Verlauf des Clips in der Bild-/Video-Mitte bleibt durch das Tracking versetzt wird. Die eingestellte Ausgabegröße bleibt gleich und das Bild verlässt den sichtbaren Bereich. Es werden im Video schwarze, leere Bereiche entstehen (siehe Bild unten).

Steht über, erzeugt schwarzen Bereich

Steht über, erzeugt schwarzen Bereich

Das nächste Bild zeigt die fast gleiche Situation, nur das hier das Bild vom Tracking so größer skaliert wurde das keine Bildränder entstehen. Das Bild wird insgesamt größer, Bildbereiche können verloren gehen, es kann zu Unschärfen kommen (siehe Bild unten).

Skaliert, keine schwarzen Bereiche

Skaliert, keine schwarzen Bereiche

Auch darauf muss man gefasst sein. Je stärker die (ungewollten) Schwenks, desto größer der Bildausgleich/Skalierung. Bilddetails außerhalb des Bildbereichs gehen verloren. Durch die Skalierung kann das Bild unscharf werden, was eventuell zu deutlich sichtbarem Qualitätsverlust führen kann.

 

Was eindeutig nicht geht

Filmaufnahmen die mal eben im Vorbeigehen (im Gehen) aufgenommen wurden und ähnliches eignen sich beispielsweise überhaupt nicht zum tracken. Es gibt Aufnahmen da kann man noch so viele Tracker einsetzen und es wird nichts ändern. Im Gegenteil: Die Tracker würden versuchen das Video zu stabilisieren was dann neue, zusätzliche Verzerrungen mit sich bringen kann/wird.

Solche Dinge und andere Wunder, wie beispielsweise aus völlig unscharfen Bilder Details hervorzaubern, sind ausschließlich dem CSI im Fernsehen vorenthalten. Möchte man gute Videos/Bilder dann sollte man schon bei der Aufnahme auf eine gewisse Sorgfalt achten.

Hier geht es zu dem nächsten Beitrag. in dem das Motion Tracking im Einzelnen beschrieben ist.

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